Lehre/Hausarbeiten

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Hausarbeiten

In Arbeit.

Hausarbeiten begegnen Ihnen in geisteswissenschaftlichen Fächern als eine der häufigsten und wichtigsten universitären Prüfungsformen. Daneben - oder vor allem - sind Hausarbeiten aber Texte, die bestimmten inhaltlichen und formalen Regeln folgen (sollen). Diese Regeln orientieren sich an der Textsorte des wissenschaftlichen Aufsatzes. Mit anderen Worten: Wenn Sie Hausarbeiten oder später auch eine Abschlussarbeit (BA- oder MA-Arbeit) schreiben, sollen Sie üben bzw. demonstrieren, dass Sie wissenschaftlich arbeiten können, das heißt:

  • ein Thema auf eine bearbeitbare Fragestellung eingrenzen und ausarbeiten;
  • die für Ihre Frage relevante Literatur zu recherchieren und argumentativ zu berücksichtigen;
  • ein Verfahren (Methode) zur Bearbeitung Ihre Fragestellung zu entwickeln und anzuwenden;
  • ggf. eigene Untersuchungsdaten (Texte, Bilder o.ä.) auszuwerten und Hypothesen zu entwickeln;
  • schließlich Ihre Gedanken adressaten- und formgerecht in einem kohärenten Text niederzuschreiben.

Ihre erste Hausarbeit ist sicherlich ein gutes Stück Arbeit - so wie alle neuen Dinge im Leben. Je früher Sie sich damit auseinandersetzen und je schneller Sie sich die Eigenheiten der Textsorte 'Hausarbeit' zu Eigen machen, desto zügiger und besser kommen Sie durch das Studium.

Adressatengerechtes Schreiben

Wie eine Hausarbeit in Form und Inhalt aussehen soll, entscheidet sich vor allem auch an dem Adressaten dieser Textsorte. An wen aber richtet sich eine Hausarbeit? - Hierzu kursieren drei Ansätze:

  • A: Eine Hausarbeit muss allgemeinverständlich so geschrieben sein, dass sie jeder Laie verstehen kann.
  • B: Eine Hausarbeit richtet sich an den Fachmann / die Fachfrau.
  • C: Eine Hausarbeit richte sich an den jeweiligen Dozenten / die jeweilige Dozentin.

Variante A klingt auf den ersten Blick plausibel und emanzipatorisch: wissenschaftliche Texte sollten von allen Bürgerinnen und Bürgern verstanden werden können. Allgemeinverständlichkeit aber ist eine leichtfertige, aus linguistischer Sicht falsche Forderung. Falsch nicht, weil sie nicht wünschenswert wäre (im Gegenteil). Falsch, weil der Wunsch nach Allgemeinverständlichkeit die Sprache überfordert. Sprachliche Äußerungen können immer nur mit Blick auf ein bestimmtes, antizipierbares Adressaten-Vorwissen 'verständlicher' (d.h. an das Adressaten-Vorwissen besser anknüpfend) oder 'unverständlicher' (d.h. über das Adressaten-Vorwissen zu weit hinausgehend) sein.

Wir müssen trennen zwischen Fachtexten, die von Fachleuten für Fachleute - also den akademischen Binnendiskurs - geschrieben wurden, und Vermittlungstexten, in denen Fachleute sich darum bemühen, Fachwissen an fachliche Laien weiterzugeben (z.B. in Form von Ratgeberliteratur, informierenden Presse-Berichten usw.). Fachtexte sind Teil der wissenschaftlichen Fachkommunikation, bei der es um den effektiven und präzisen Austausch von Fachwissen geht. Der Adressat einer (linguistischen) Hausarbeit, die sich an der Leittextsorte des wissenschaftlichen Aufsatzes orientiert, ist ein solcher Fachtext und richtet sich insofern an (linguistische) Fachadressaten. Der/Die Betreuer/in Ihrer Hausarbeit ist ein Fachadressat (oder sollte zumindest einer sein). Wichtig ist daher gerade nicht, ob Ihr Text auch von Laien verstanden werden kann, sondern dass er den Anforderungen an eine effektive Fachkommunikation gerecht wird. Hierzu gehört insbesondere ein kompakte, terminologisch korrekte (präzise) Wortwahl anstelle von 'Drumherumschreiben', die Vermeidung von Umgangssprache ("schauen wir mal ins Korpus"), Floskeln ("und siehe da", "kaum zu glauben, dass", "wie man ja weiß") oder unreflektiert eingesetzten Metaphern (verbale Bilder suggerieren leichter Plausibilität, sind aber oft auch unpräzise und erklärungsarm). Natürlich lassen sich umgangssprachliche Ausdrücke, Floskeln oder Metaphern auch gezielt als stilistische Mittel einsetzen, z.B. für eine pointierte Zusammenfassung von Ergebnissen, einen humoristischen Einwurf oder die Modellbildung (viel erkenntnisreiche Modelle nutzen ganze Metaphern-Felder).

Die wichtigsten Schreibpraktiken, die eine wissenschaftliche Hausarbeit ausmachen und von einem Fachadressaten erwartet werden, sind:

  • Das komprimierte Zusammentragen und Wiedergeben von anderen, für den jeweiligen Gegenstand relevanten Fachtexten sowie - besonders bei empirischen Arbeiten - relevanten Primärtexten (Auszüge aus Ihrem Untersuchungsmaterial). Die Wiedergabe kann in unterschiedlicher Form realisiert werden: als wörtliche Zitate, kurze zusammenfassende oder auch umfassende Paraphrase oder lediglich als Quellenverweis. Der Umfang und Grad an Explizitheit einer Wiedergabe hängt von der Diskussionswürdigkeit der jeweiligen Inhalte ab.
  • Die Wiedergabe von anderen Fachtexten ist immer verknüpft mit dem Ziel, diese Texte (bzw. deren Inhalte) argumentativ miteinander zu verknüpfen, sie also im Hinblick auf ihre Plausibilität zu prüfen und in das (von Ihnen sukzessive erarbeitete) Gesamtbild einzuordnen: Welchen Status hat eine Position X unter allen verfügbaren Positionen? Welche Ansätze ähneln einander und worin unterscheiden sie sich besonders?
  • Die Wiedergabe von Untersuchungsdaten aus empirischer Analyse hat das Ziel, Ihre Hypothesen zur jeweiligen Fragestellung zu exemplifizieren. Sie geben darum nicht alle Belege an, sondern nur diejenigen, die exemplarisch für eine von Ihnen postulierte Kategorie stehen.
  • Zusammentragen / Sammeln, wiedergeben und verweisen, verknüpfen/Bezüge herstellen und einordnen, urteilen/bewerten, abstrahieren, kategorisieren
  • belegen, paraphrasieren, begründen, Begriffe definieren/präzisieren, Systematik

Vorbereitungen

  • Themenfindung und Eingrenzung der Fragestellung
  • Beratung in der Sprechstunde
  • Empirische vs. theoretische Arbeit
  • Einlesen

Aufbau der Arbeit

  • Strukturierungs- und Gliederungsmöglichkeiten: Vom Problem zur Einordnung und zu Lösungsansätzen
  • Titel
  • Einleitung
  • Theoretischer Hintergrund
  • Methodik
  • Ergebnisse
  • Fazit
  • Bibliographie
  • Anhang

Formale Hinweise

  • Umfang
  • Titel und Titelblatt
  • Inhaltsverzeichnis
  • Argumentation und Verknüpfen
  • ich, wir, man
  • Gendergerechtes Schreiben
  • Zitation
  • Einbettung von Tabellen und Grafiken
  • Verzeichnisse (zu Bildern/Grafiken, Tabellen, Abkürzungen)
  • Anhänge

Literatur zum wissenschaftlichen Arbeiten

Literatur, Ratgeber zum wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben gibt es viele. Ein Blick an die entsprechende thematische Büchersammlung in Ihre Universitätsbibliothek lohnt immer. Zwei persönliche Empfehlungen möchte ich Ihnen aber nicht vorenthalten:

Der Emeritus und Menschenrechtler Wolf-Dieter Narr veröffentlichte einmal einen fiktiven Brief an Studierende zum wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben. Wer immer ihn bisher gelesen hat, bedauert, den Text nicht schon früher (z.B. zum Studienbeginn) erhalten zu haben.:

Narr, Wolf-Dieter (2011): Was ist Wissenschaft? Was heißt wissenschaftlich arbeiten? Was bringt ein wissenschaftliches Studium? Ein Brief. In: Norbert Franck (Hg.): Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens. Eine praktische Anleitung. 16. Aufl. Paderborn [u.a.]: Schöningh (UTB, 724), S. 15–32. (Der Text ist teilweise auch als PDF im Netz zu finden)

Eine Sammlung an wissenschaftlichen Lese- und Schreiberfahrungen findet sich im Folgenden Sammelband:

Narr, Wolf-Dieter; Stary, Joachim (Hg.) (2006): Lust und Last des wissenschaftlichen Schreibens. Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer geben Studierenden Tips. 3. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft, 1437).

Wenn Sie die Hinweise und Erläuterungen auf dieser Seite nicht überzeugen oder unverständlich finden, dann suchen Sie sich im Netz doch einfach einen anderen Leitfaden zur Abfassung für Hausarbeiten. Alternativangebote gibt es viele.

Bewertungskriterien

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Essay

In Arbeit.

Handout

Handouts sind Tischvorlagen bzw. "Handreichungen", die in der Regel begleitend zu oder aber im Anschluss an einen mündlichen Vortrag oder ein Referat an das Publikum ausgegeben werden. Ihr Zweck ist, Informationen schriftlich zugänglich zu machen, die sich rein mündlich oder auch als Präsentationsfolie nur schwer abbilden und erfassen lassen. Im den meisten Fällen handelt es ich dabei um

  • die pointierte Zusammenfassung zentraler Hypothesen des/der ReferentIn, und/oder
  • um längere Textauszüge oder ausgewählte Zitate, die während des Vortrags zumindest ansatzweise besprochen werden, und/oder
  • um grafische Darstellungen (Tabellen, Grafiken, Fotos usw.) als ergänzendes Material zum Vortrag.

Handouts sollten nicht länger als 1-2 Seiten umfassen und formattechnisch gut strukturiert sein. Hierzu zählt:

  • ein aussagekräftiger Titel (z.B. "Handout zum Referat..."),
  • der Name und eine Kontaktmöglichkeit (in der Regel E-Mail-Adresse) der AutorInnen des Handouts/der ReferentInnen,
  • aussagekräftige und formattechnisch abgesetzte (Zwischen-)Überschriften,
  • kurze und prägnante Sätze und/oder Erläuterungen (also nicht nur einsilbige/schwer verständliche Stichwörter ohne Kontext),
  • je nach Bedarf: Belege, durchnummeriert (damit sie während des Vortrags leichter referiert werden können),
  • bibliographisch vollständige Quellenangaben (bei vielen Quellen ggf. Kurzformen).

Je nach Zweck sollten Handouts entweder vor, während oder nach einem Vortrag ausgeteilt werden.

  • Ein Handout, das dazu dient, Zitate, Belege o.ä. gemeinsam zu besprechen, sollte vor oder - wenn es die Anzahl des Publikums erlaubt (also das Verteilen nicht zu lange dauert) - punktuell zum entsprechenden Vortragspunkt verteilt werden.
  • Ein Handout, das als Erinnerungsstütze zum Vortrag die wesentlichen Inhalte oder Hypothesen zusammenfasst, sollte im Anschluss verteilt und/oder als PDF an geeigneter Stelle zugänglich gemacht werden (im Falle einer Datei bitte das Format und Benennung beachten).

Lektüreprotokoll

Ein Lektüreprotokoll dokumentiert die Bearbeitung von Seminarliteratur. Es fördert die Kompetenz, Texte effektiv zusammenzufassen und kann Voraussetzung zum Erhalt einer Studienleistung sein.

Das Protokoll enthält zu allen im Rahmen des Seminars zu lesenden Beiträgen (gleich ob Bücher, Aufsätze o.ä.) eine kurze, prägnante Forschungsnotiz (etwa 10-15 Zeilen) zu folgenden zwei Fragen:

  1. Was ist das Kernthema, was sind die zentralen Hypothesen des Beitrags? (kurze prägnante Zusammenfassung in wenigen Zeilen)
  2. Welche Fragen haben sich aus der Lektüre für Sie persönlich ergeben? (5).

Das Lektüreprotokoll muss in der Regel zum Ende der Vorlesungszeit als PDF eingereicht werden. Beachten Sie dabei die Hinweise zu Datei-Formaten und Datei-Benennung.

Bitte beachten Sie: Das (auch leicht veränderte) Abschreiben des Lektüreprotokolls von anderen ist ein Plagiat, ist leicht zu erkennen und wird sanktioniert.

Datei-Formate und Datei-Benennung

Dateien (Textdokumente, Excel-Tabellen, PDFs usw.), die Sie in Ihrem professionellen Kontext - hier: im Studium - an andere versenden, sollten immer im richtigen Format und korrekt benannt sein. Bitte berücksichtigen Sie dabei folgende Hinweise:

  • Offizielle Dokumente (Hausarbeiten, Handouts, usw.) sollten Sie ausschließlich in einem Nur-Lesen-Format, das heißt in der Regel als PDF-Dokument versenden. Wenn Ihr Dokument (Word, PPT-Folien o.ä.) fertig ist, konvertieren Sie es zum Abschluss in das PDF-Format. Eine entsprechende Konvertierungsfunktion bieten die meisten Programme von sich aus; ist das nicht der Fall, greifen Sie zum Beispiel auf den kostenlosen PDF-Creator zurück. Warum sollte Ihre Hausarbeit nicht als Word-Dokument abgegeben werden? - Weil das Dokument beim Empfänger möglicherweise nicht korrekt angezeigt oder gar anschließend zu Ihrem Nachteil verändert werden kann.
  • Dokumente bzw. Dateien, die Sie Dritten - KommilitonInnen, KollegInnen oder gar PrüferInnen - zusenden, sollten nachvollziehbar benannt werden. Hausarbeit.docx, tmp3256.pdf oder äääääz.doc sind keine sinnvolle Benennung. Integrieren Sie in den Dateinamen Ihren Namen, ggf. Ihre Matrikelnummer (allerdings nur bei uni-internen Zwecken), ein zentrales Stichwort (z.B. aus dem Titel oder die Textsorte) sowie das Datum der letzten Änderung. Beispiele: FVogel-1234567_Hausarbeit_20032018.pdf oder FVogel_Essay-Bildfunktionen_20032018.pdf.
  • Manchmal werden Dokument-Dateien aufgrund von integrierten Bildern sehr groß (> 2 MB) oder Sie müssen mehrere Dateien abgeben bzw. versenden. In dem Fall sollten Sie die Datei(en) zu einer Datei komprimieren (übliche Formate sind .zip | .7z | .rar. Üblicherweise finden Sie eine Dateikomprimierung auf Ihrem System vorinstalliert. Ist dem nicht so, können Sie z.B. auf das kostenlose Tool 7-Zip zurückgreifen.
  • Im Studium eher selten, im Berufsleben aber durchaus häufiger müssen Sie Dokumente, die Sie an Dritte versenden möchten, anonymisieren. Bei der Anonymisierung müssen Sie darauf achten, dass Sie sämtliche Informationen, die auf Sie als individuelle Person verweisen, aus dem Dokument tilgen. Dies gilt sowohl für den Inhalt (Text, Bilder usw.) innerhalb des Dokuments, als auch für die - oft automatisch ohne Ihr Wissen gespeicherten - Metadaten. Wie Sie Metadaten bereinigen, hängt von Ihrem Dateiformat ab; im Netz finden sich zu allen gängigen Formaten Anleitungen (ggf. googeln).